Wissenschaftskommunikation versteht sich als Schnittstelle zwischen Forschung und Gesellschaft. In der Geschlechterforschung übernimmt sie eine zentrale Funktion: Sie trägt dazu bei, wissenschaftlich fundiertes Wissen über Geschlecht, Identität und soziale Ungleichheit über den akademischen Raum hinaus zugänglich zu machen – und in gesellschaftliche Diskurse einzubringen.

Warum das jetzt besonders wichtig ist
Fragen zu Geschlecht und Vielfalt sind zunehmend Gegenstand gesellschaftlicher sowie politischer Auseinandersetzungen. Polarisierung, Desinformation und Ideologisierung erschweren den Dialog. Wissenschaftlich fundierte Informationen tragen dazu bei, sachliche Diskussionen zu ermöglichen, Vorurteile abzubauen, Akzeptanz zu stärken und Diskriminierungen entgegenzuwirken.

  • 15th Meeting of the Transnational Working Group for the Study of Gender and Sport - “20 Years of Gender in Sport – Progresses and Backlashes”:

    The Transnational Working Group for the Study of Gender and Sport first convened in Copenhagen, Denmark, in 2005 and has since held fourteen conferences and annual meetings focused on gender and sport, with the most recent taking place in 2022 in Bodø, Norway. The purpose of the group is to advance the study of the issues concerning gender and sport from the cultural, political, educational and social perspectives and to facilitate the transnational and interdisciplinary scholarship in the field. Furthermore, the group places strong emphasis on mentoring young scholars in sport studies.

    The 15th Meeting of the Transnational Working Group for the Study of Gender and Sport will take place from October 14 to 16 2026 at the Institute for Sports Science, University Göttingen, Germany organized by the Department of Gender Studies and the Department of Sports and Health Sociology. The topic of this year’s conference is “20 Years of Gender in Sport – Progresses and Backlashes”.

    Further Information: www.uni-goettingen.de/genderandsport

  • ENLIGHT Thematic Network “Sex, Gender and Health: Understanding and Overcoming Inequalities”, 2025-2027
    Leitung: Dr. Corinna Schmechel

    The ENLIGHT Thematic Network on the Impact of Sex and Gender in Health aims to establish a sustainable and interdisciplinary collaborative platform to address a critical but often overlooked dimension of health and wellbeing: the role of sex and gender differences in health outcomes, research, education, and clinical practice. This network brings together a diverse alliance of ENLIGHT institutions to promote structural change, foster innovation, and enhance equity in the health sciences by integrating sex and gender perspectives.
    Health outcomes are deeply influenced by both biological (sex-based) and sociocultural (gender-based) factors. Despite this, sex and gender dimensions have traditionally been underrepresented in research protocols, education curricula, and healthcare strategies. This lack of integration has led to significant knowledge gaps, diagnostic biases, and unequal access to quality care. Our network seeks to address these systemic issues through a transdisciplinary approach spanning medicine, pharmacy, nursing, social sciences, public health, law and gender studies.
    The ambition of the network is threefold: 1) Raise awareness and literacy around sex and gender health disparities among students, researchers, and professionals; 2) Reduce gender bias in health-related research and education by supporting institutional transformation and 3) Promote co-creation and societal engagement by involving students, citizen groups, and advocacy organizations in shaping educational and public health initiatives.
    The project involves 48 researchers from the universities of the Basque Country (Medicine & Nursing, Economics, Education, Social Sciences and Law), Uppsala (Pharmacy and SciLifeLab), Galway (Pharmacy and Biomedical Sciences, Medicine, Nursing and Health Sciences), Bratislava (Pharmacy), Bordeaux (Bordeaux Population Health Inserm Research Center, Humanities, Social Sciences), Göttingen (Gender Studies) and Bern (University Hospital and Institute of Primary Health Care).

  • "Friction. Spannungen, Spaltungen und produktive Störungen aus Geschlechterperspektive":
    19. Arbeitstagung der Kommission für Geschlechterforschung und Queere Anthropologie der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW)

    Tagung in Zusammenarbeit mit der Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie
    19.-21. Juni 2025 in der Alten Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

    Ausgehend von der Einsicht, dass menschliches Zusammenleben prinzipiell reibungsvoll ist (Bonacker 2009, Mouffe 2014), fragt die Tagung in Göttingen danach, wie manche Reibungskonstellationen ins Konflikthafte, Gewaltvolle und Spaltende münden, während andere Spannungen und Differenzen ausgehalten werden, gar als erwünscht gelten oder produktiv-störend etwas Neues entstehen lassen. Aus kulturanthropologischer und geschlechtertheoretischer Perspektive gilt es, Antworten empirisch-ethnografisch und unter Berücksichtigung der Kategorien Geschlecht und Sexualität zu suchen. Entsprechend fragt die Tagung, welche Bedeutungen unterschiedliche Akteur:innen bestimmten geschlechtlichen, sexuellen u. a. Differenzen zuschreiben, welche Mittel und Arenen für die Austragung von Konflikten um bspw. Geschlechtergerechtigkeit gewählt werden und ihren Verlauf beeinflussen, sowie wie größere gesellschaftliche Verwerfungslinien alltägliche Lebens- und Handlungsmöglichkeiten formen, beschränken oder ermöglichen. Mit dieser Fokussetzung möchte die Tagung aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zu Reibungsdynamiken im Bereich Geschlecht/Sexualität aus unterschiedlichen Forschungsfeldern bündeln, um mittels eines empirisch fundierten Verständnisses von Friktionen global wie lokal polarisierende und spaltende Dynamiken besser zu verstehen.

    Weitere Informationen: https://www.uni-goettingen.de/de/693555.html

Die Geschlechterforschung in Göttingen ist an interdisziplinären Austausch interessiert und freut sich über gemeinsame Lehrveranstaltungen mit anderen Fächern. Hier finden Sie Beispiele für interdisziplinäres Team-Teaching:

  • Gender und Mathematik (SoSe 2025):
    Leitung: Dr. Julia Gruhlich (Geschlechterforschung) & Jun.-Prof. Dr. Federico Vigolo (Mathematisches Institut)
    Was ist Mathematik eigentlich – und was hat sie mit Geschlecht zu tun? Warum kennen wir so wenige Mathematikerinnen? Was steckt hinter dem Mythos vom „männlichen Mathe-Genie“? In dieser interdisziplinären Veranstaltung gehen wir der Frage nach, wie Mathematik als wissenschaftliche Disziplin historisch gewachsen ist und wie Geschlechterverhältnisse dabei eine Rolle spielen. Wir setzen uns mit gängigen Stereotypen auseinander, beleuchten strukturelle Hürden für Frauen in der Mathematik und diskutieren die soziale Konstruktion mathematischer Exzellenz.
    Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Mathematik und Geschlechterforschung. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von Gender in der Mathematik zu entwickeln und die Geschlechterungleichheit in MINT-Fächern kritisch zu reflektieren.
    Die Prüfungsleistung besteht aus einem Portfolio mit mehreren Aufgaben, die sich u.a. mit der Sichtbarkeit von Mathematikerinnen, der Institutionalisierung von Mathematik als männlich geprägtem Feld und individuellen Bildungswegen beschäftigen. Ein Teil des Portfolios widmet sich der Dokumentation Picture a Scientist sowie der eigenständigen Recherche zu Biografien von Mathematikerinnen.
    Zum Abschluss der Veranstaltung findet eine Stadtführung mit dem Titel „Die Universität und ihre Mathematiker*innen“ statt, durchgeführt von der Tourist-Information Göttingen. Vorkenntnisse in Mathematik sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.

  • Lehrforschungsprojekt „Gesundheitsprävention als Feld (geschlechter-)soziologischer qualitativer Forschung“ (WiSe 2025/26 u. SoSe 2026):
    Leitung: Dr. Corinna Schmechel und Dr. Ina Alber-Armenat (Soziologie)
    In diesem zweisemestrigen Lehrforschungsprojekt werden wir uns mit dem gesellschaftlichen Phänomen der Gesundheitsprävention aus einer geschlechtersoziologischen Perspektive befassen. Insbesondere steht die praktische Anwendung qualitativer Erhebungs- und Auswertungsmethoden im Fokus. Studierende üben die Schritte eines qualitativen Forschungsprojekt und lernen die Methoden der teilnehmenden Beobachtung, qualitativer Interviews und der wissenssoziologischen Diskursanalyse kennen. Sie entwickeln eine eigene Forschungsfrage und sollen mit einem selbstgewählten methodischen Zugang im 1. Teil der Lehrforschung (WiSe 2025/26) eine eigene kleine Erhebung begleitet durch die Dozierenden und die Peers der Seminargruppe durchführen. Im Seminar werden wir gemeinsam die Herausforderungen von Feldzugang, Forschungsethik oder Datenerhebung diskutieren und reflektieren.
    Im 2. Teil, der für SoSe 2026 geplant ist, steht dann die Auswertung der Daten im Fokus. Dabei werden wir die Ergebnisse, die mit unterschiedlichen methodischen Zugängen erhoben wurden, in Auswertungsgruppen zusammenführen, um den Forschungsgegenstand Gesundheitsprävention aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt und wird als Team-Teaching-Kooperation von Studienfach Geschlechterforschung und Soziologie angeboten.

  • ENLIGHT International Summer Course: “Sex, Gender and Health: Understanding and Overcoming Inequalities” an der Universität Bordeaux, Sommer 2026:
    Leitung: Dr. Corinna Schmechel
    The ENLIGHT Thematic Network on the Impact of Sex and Gender in Health aims to establish a sustainable and interdisciplinary collaborative platform to address a critical but often overlooked dimension of health and wellbeing: the role of sex and gender differences in health outcomes, research, education, and clinical practice. This network brings together a diverse alliance of ENLIGHT institutions to promote structural change, foster innovation, and enhance equity in the health sciences by integrating sex and gender perspectives.
    Health outcomes are deeply influenced by both biological (sex-based) and sociocultural (gender-based) factors. Despite this, sex and gender dimensions have traditionally been underrepresented in research protocols, education curricula, and healthcare strategies. This lack of integration has led to significant knowledge gaps, diagnostic biases, and unequal access to quality care. Our network seeks to address these systemic issues through a transdisciplinary approach spanning medicine, pharmacy, nursing, social sciences, public health, law and gender studies.
    The ambition of the network is threefold: 1) Raise awareness and literacy around sex and gender health disparities among students, researchers, and professionals; 2) Reduce gender bias in health-related research and education by supporting institutional transformation and 3) Promote co-creation and societal engagement by involving students, citizen groups, and advocacy organizations in shaping educational and public health initiatives.
    The project involves 48 researchers from the universities of the Basque Country (Medicine & Nursing, Economics, Education, Social Sciences and Law), Uppsala (Pharmacy and SciLifeLab), Galway (Pharmacy and Biomedical Sciences, Medicine, Nursing and Health Sciences), Bratislava (Pharmacy), Bordeaux (Bordeaux Population Health Inserm Research Center, Humanities, Social Sciences), Göttingen (Gender Studies) and Bern (University Hospital and Institute of Primary Health Care).

  • Maria-Goeppert-Mayer-Programm:
    Zwischen 2002 und 2009 waren zahlreiche internationale Wissenschaftlerinnen an der Georg-August-Universität Göttingen im Rahmen des Maria-Goeppert-Mayer-Programms des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) zu Gast und im Studienfach Geschlechterforschung aktiv.

    Im April 2011 erhielt die Universität Göttingen die Zusage über die Einrichtung einer Mayer-Goeppert-Mayer-Professur im Bereich Geschlechterforschung, die für vier Jahre vom Land Niedersachsen finanziell gefördert wird. Im November 2012 trat Dr. Amy Alexander die Maria-Goeppert-Mayer-Professur für Geschlechterforschung in der Politikwissenschaft an.

    In der letzten Ausschreibungsrunde für reguläre Professuren erhielt die Universität Göttingen erneut eine Zusage zur Einrichtung einer Professur im Bereich Philosophie mit dem Schwerpunkt in der Genderforschung. Diese wird seit 2020 von Prof. Dr. Christine Bratu besetzt.

    Ziel des Maria-Goeppert-Mayer-Programms ist es, die Genderforschung an den niedersächsischen Hochschulen zu stärken. Angesprochen sind alle Wissenschaftsbereiche, vor allem aber die Disziplinen, die besondere Defizite und Desiderate im Bereich Frauen- und Genderforschung aufweisen. Das Programm ist zu Ehren der aus Göttingen stammenden Physik-Nobelpreisträgerin Maria Goeppert Mayer (1906–1972) benannt.

  • Max-Planck-Gymnasium:
    Am Max-Planck-Gymnasium Göttingen setzen wir aktuell einen Workshop zur Auseinandersetzung mit Queerfeindlichkeit um. Mittels unterschiedlicher Methoden arbeiten wir mit Schüler:innen zusammen, um Wissen zu vermitteln und gemeinsam Reflexionsprozesse anzustoßen – mit dem Ziel, Perspektiven für eine offene und diskriminierungskritische Schulkultur zu entwickeln.