Lehre

Sinnvollerweise stellt die Landesgeschichte keinen eigenen Studiengang dar, sondern ist vielmehr in die vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte angebotenen Studiengänge integriert. Im Rahmen des Lehrangebots des Seminars können landesgeschichtliche Themenbereiche studiert und zum Gegenstand der Abschlussprüfung gewählt werden.
Insbesondere dient dazu das von Prof. Dr. Arnd Reitemeier und weiteren Mitarbeitenden des Instituts angebotene Lehrprogramm.

Sprechstunde Prof. Dr. Arnd Reitemeier im Sommersemester 2025

Mittwoch, 14:30 Uhr
Donnerstag, 12:00 Uhr.

Am Mittwoch, 16.4. ist der letzte Sprechstundentermin um 14:40 Uhr.

Keine Sprechstunde findet statt an folgenden Terminen:
  • Donnerstag, 8.5.
  • Donnerstag, 22.5.
  • Donnerstag, 29.5. (Himmelfahrt)
  • Donnerstag, 12.6.
  • Donnerstag, 26.6
  • Donnerstag, 3.7.
  • Mittwoch, 16.7.
  • Donnerstag, 17.7.

    Die Anmeldung erfolgt über das studIP-Profil von Herrn Prof. Dr. Reitemeier (studIP – Profil von Arnd Reitemeier – Reiter Sprechstunde).
    Zudem ist eine (digitale) Sprechstunde nach Vereinbarung per eMail an arnd.reitemeier [at] phil.uni-goettingen.de möglich.

    Lehrveranstaltungen Prof. Dr. Arnd Reitemeier – Sommersemester 2025

    • Die Ostsee 1000–1800
      Vorlesung Mittelalter/Frühe Neuzeit (Nr. 451115)
      Mittwoch 10:00–12:00
      Ort: PH20
      Die Vorlesung rückt einen Raum ins Zentrum, der von den traditionellen nationalen Darstellungen nicht erfasst wurde: Ein Binnenmeer, das immer
      Kommunikations- und Transportraum war, das Nahrungsressourcen bot, das Grenze, Hindernis beim Reisen und doch auch verbindendes Element war. Im Zentrum steht also ein geographischer und ökologischer Raum, der sich allerdings nicht von den Anrainern und ihren kulturellen und politischen Entitäten trennen lässt, denn es ging über Jahrhunderte hinweg auch darum, die Handels- und Kommunikationswege zu kontrollieren, andere Länder zu erobern oder sich vor diesen zu schützen usw. Die Vorlesung greift bis in das Frühe Mittelalter zurück, setzt den Schwerpunkt aber auf den Zeitraum der umfassenden schriftlichen Überlieferung. Sie beschränkt sich auf die Epochen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit und wird nur gelegentlich Seitenblicke auf die Neuzeit/Zeitgeschichte.

    • Wallfahrten, Stiftungen und Ablaß: Formen der Frömmigkeit vom späten Mittelalter bis einschließlich der Reformation
      Masterseminar Mittelalter/Frühe Neuzeit (Nr. 451125)
      Dienstag 16:00-18:00
      Ort: KWZ 1.701
      Das Seminar versucht einen Brückenschlag zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit, denn der Literatur zufolge war das späte Mittelalter diejenige Epoche, in der es die meisten Formen der Frömmigkeit, vielleicht sogar die „tiefste Frömmigkeit“ überhaupt gab. Angeblich wurde all dieses durch Luther beendet. Damit hat das Seminar drei Ziele: 1. müssen die Formen der Frömmigkeit des späten Mittelalters (und ihre Quellen) verstanden werden. 2. gilt es zu untersuchen, was sich nun mit der Einführung des lutherischen Glaubens änderte. Und 3. muss überlegt werden, warum die entsprechenden Quellen der post-Reformationszeit bislang eher rudimentär untersucht wurden (und wie sich dies ändern lässt). Damit führt das Seminar auch in die Überlieferungssituation bspw. in Norddeutschland für das 16. Jahrhundert ein und bereitet eine große Vielfalt an Themen und Quellen für Haus-/Masterarbeiten vor.

    • Flüchtlinge und Vertriebene in Niedersachsen (insb. in Göttingen) 1945-1950
      Vertiefungsseminar Neuzeit (Nr. 451126)
      Donnerstag, 10:00–12:00
      Ort: KWZ 0.608
      Schon vor dem Ende des II. Weltkriegs, nachfolgend rasch zunehmend strömten Millionen Menschen in die Besatzungszonen der westlichen Alliierten – der Zuzug hielt auch nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland an. Länder wie (das neu geschaffene) Niedersachsen und Städte wie Göttingen veränderten ihr Gesicht, unterlagen einem demographischen Wandel, wurden sozial wie politisch tiefgreifend umgestaltet. All dies ist im Prinzip bekannt, doch die Anzahl der Detailstudien ist gering, was auch mit den Schutzfristen der Archive zusammenhängt (Spoiler: in Folge der Schutzfrist von 100 Jahren werden derzeit sehr viele Akten der relevanten Jahre/Jahrzehnte für die Wissenschaft verfügbar). Damit wird das Seminar auf einer ersten Ebene die Literatur und die edierten Quellen betrachten: Was änderte sich durch die Migrationsbewegung? Was waren die „Landsmannschaften“ und was hatte Göttingen hiermit zu tun? Welche Bedeutung gewannen die „Vertriebenen“ im politischen Diskurs? In einem zweiten Schritt stehen archivalische Quellen im Zentrum (Göttingen, Hannover etc.): Wer waren die ankommenden / flüchtenden / vertriebenen / suchenden etc. Menschen?
      Was bewegte sie? Wie wurden sie integriert? Wie reagierte die Bevölkerung? Welche Diskurse lassen sich feststellen? Aber auch: Welche methodischen Probleme stellen sich – und wie lassen sie sich lösen? Das Seminar wird damit Freiräume für eigene Themen bieten, die aber stets im gemeinsamen Diskurs angegangen werden müssen.

    • Landeshistorisches Kolloquium
      Kolloquium (Nr. 4513133)
      Mittwoch 16:00–18:00
      Ort: KWZ 1.701
      Im Landeshistorischen Kolloquium werden in Form von Werkstattberichten aktuelle Bachelor- und Masterarbeiten besprochen sowie laufende Dissertations- und Forschungsprojekte aus Göttingen und weiteren Forschungseinrichtungen diskutiert.


    Sprechstunde Dr. Niels Petersen im Sommersemester 2025

    Nach Vereinbarung per Mail.

    Lehrveranstaltung Dr. Niels Petersen im Sommersemester 2025

  • Arm (dran) sein in der mittelalterlichen Stadt
    Aufbau/Vertiefung (Nr. 451112)
    Donnerstag 14:15–15:45
    Ort: KWZ 2.601
    Wohl etwa die Hälfte der städtischen Einwohnerschaft im Spätmittelalter lässt sich zur Unterschicht,
    den „Habnits“ oder „working poor“, zählen. Wie hielt man sich über Wasser? Und was passierte, wenn man unterging? Welche Formen der Sozialfürsorge gab es? Was bedeutete dies für das Leben und Wirtschaften in der Stadt? Welche politische Theorie, mithin Weltanschauung, rahmte den Umgang zwischen arm und reich? Mit einem sozial- und alltagsgeschichtlichen Ansatz fragt das Seminar nach Themen wie Bürgerschaft, Wohn- und Arbeitsformen, Lohnarbeit und Kredit, Bettel und Almosen, die Bedeutung von Gender, Familie, Krankheit und Alter, die städtische und kirchliche Sozialfürsorge, freiwillige Armut, Konflikte wie Unruhen und Aufstände. Quellenbedingt machen wir Exkurse in die Frühe Neuzeit.
    Aufgrund des Termins in der Woche fallen feiertagsbedingt diesmal mindestens zwei Sitzungen aus.
    Interessierte können vorab in folgende Titel schauen:
    Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150 – 1550. Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Köln u.a. 2014, S. 727-733.
    Valentin Groebner, Mobile Werte, informelle Ökonomie: Zur "Kultur" der Armut in der spätmittelalterlichen Stadt, in: Armut im Mittelalter (Vorträge und Forschungen 58), hg. v. Otto Gerhard Oexle, Ostfildern 2004, S. 165-187.
    Ernst Schubert, Erscheinungsformen der Armut in der spätmittelalterlichen deutschen Stadt, in: Die Stadt als Kommunikationsraum. Beiträge zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Festschrift für Karl Czok zum 75. Geburtstag, hg. v. Helmut Bräuer und Elke Schlenkrich, Leipzig 2001, S. 659-697.