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Frauen fehlen: Promotionsbedingungen und -abbrüche als Teil der Leaky Pipeline

Unabhängig von der Fächergruppe und Hochschulart zeigt sich qualitativ überall das gleiche Bild. Die prozentuale Beteiligung der Frauen nimmt vom Studium über die Promotion, die Stelle im Wissenschaftlichen Dienst bis zur Professur kontinuierlich ab.“ Diese Erkenntnis des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (2021) beschreibt treffend, was unter Leaky-Pipeline zu verstehen ist. Selbst in Fächern, in denen Studentinnen die Mehrheit bilden, gelingt eine wissenschaftliche Karriere bis zur Professorin zu selten.

Das Projekt „Frauen fehlen: Promotionsbedingungen und -abbrüche als Teil der Leaky-Pipeline“ untersuchte sowohl die Promotionsbedingungen als auch die Ursachen von Promotionsabbrüchen insbesondere von Frauen in den drei gesellschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Universität Göttingen.
Ziel war, die institutionellen und individuellen Bestimmungsgründe eines Abbruchs in ihrem komplexen Zusammenspiel zu identifizieren. Im Anschluss wurden zielorientierte Maßnahmen und Instrumente entwickelt, die zur Chancengleichheit von Frauen und zum erfolgreichen Abschluss von Promotionen beitragen – und damit langfristig auch die Anzahl von Frauen in der Wissenschaft erhöhen.

Um die Prozesshaftigkeit und die Multikausalität der Promotionsbedingungen und Abbruchgründe von Frauen möglichst aussagekräftig zu erfassen, wurde eine Mixed-Methods-Langzeituntersuchung durchgeführt. Diese gliederte sich in eine quantitative Panelanalyse sowie qualitative Interviews mit Promovierenden. In dem Projekt wurde erstmalig eine repräsentative Befragung der Promovierenden der Göttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften (Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften) der Universität Göttingen durchgeführt. Das Göttinger Promovierenden Panel umfasst vier Wellen von 2022 bis 2024, welche individuelle Veränderungen und kausalen Muster im Promotionsverlauf erfassen.

Im Projekt haben sich vier Handlungsfelder herauskristallisiert, die den Schwerpunkt für die Maßnahmenentwicklung bilden:

  • Vereinbarkeit von Promotion und Familie
  • prekäre Arbeitsverhältnisse
  • Arbeitsbelastung von Promovierenden
  • Promotionsbetreuung


Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen zur Verbesserung der Promotionsbedingungen in den Gesellschaftswissenschaften sind als Executive Summary verfügbar. Weitere Ergebnisse (umfassende Berichte und Präsentationen) finden sich hier.

Ansprechpersonen und Projektlaufzeit
Zuständige Einrichtungen: Juristische, Sozialwissenschaftliche und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sowie Göttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften (GGG)
Ansprechpersonen: Dr. Bettina Ross (GGG), Dr. Julia Lischewski (quantitative Methoden), Dorothea Konings (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Laufzeit: 04/2022-02/2025
Zielgruppe: Promovierende und Betreuende der gesellschaftswissenschaftlichen Fakultäten
Kooperationen: Prof. Dr. Steffen Kühnel, Prof. Dr. Maria Pohn-Lauggas, Kristina Meier, Areti-Kristin Bouras

Anschließend an das Projekt wurde eine Promotionsbetreuer*innenbefragung (siehe Projekt „Gute Promotionsbetreuung aus der Perspektive von Promotionsbetreuer*innen“ durchgeführt.